Spasstabletten

Mangelnde Aufklärung über den Status von Viagra als Medikament und fälschliche Eingruppierung dieses Präparates unter den Begriff der „Spaßpillen“ gipfeln in neuester Zeit in einer Kombination aus Viagra und Ecstasy, die verharmlosend als „Sextasy“ bezeichnet wird und als Lifestyle-Droge Einzug in die entsprechende Szene gehalten hat. Daher verhilft Viagra längst nicht mehr nur zu gewünschter Potzenz.

Einfluss der Pornofilmindustrie
Schuld daran ist sicher auch die Pornofilmindustrie, von der man zwischenzeitlich weiß, dass Viagra zur „Grundausrüstung“ der männlichen Darsteller gehört und über die sonst häufig beklagten „Zwangspausen“ hinweghilft. Die – letztlich durch Missbrauch von Medikamenten herbeigeführte – enorme Potenzsteigerung führte gar zu einem neuen Genre des Pornofilmes, in dem ein männlicher Protagonist Verkehr mit mehreren Dutzend Frauen hat.

Kombination aus Viagra und Ecstasy oft tödlich
Eine gefährliche Verharmlosung, zumal schon Ecstasy alleine als lebensgefährlicher Chemikalien-Cocktail gilt und viele Todesfälle verursacht hat. Die Tatsache, dass Ecstasy in den verschiedensten Formen, Farben und Wirkstoffkombinationen auf dem "Markt" ist, sollte bei logisch denkenden Menschen jede Bereitschaft zum Konsum von vornherein ausschließen. Die Kombination eines so brisanten Cocktails mit Viagra aber gleicht einem Lauf ins offene Messer. Hier gibt es einen extremen Informationsbedarf, der seitens der Verantwortlichen in allen Gremien, ob Industrie, Politik oder Behörden, Eltern, Lehrer oder Ärzte zu erfüllen ist.

Allrounddroge oder Mode-Gift?
Konsumenten dieser neuen Drogenkombination berichten teils begeistert von Fantasien und einer bewusstseinserweiternden Wirkung, gepaart mit ungeahnter sexueller Leistungsfähigkeit, sind sich aber offenbar der Gefahren und Risiken absolut nicht bewusst. Dies ist sicher nicht neu, kennt man es doch aus Erfahrungsberichten über letztlich alle neu auf den Markt gekommenen Drogen. Die fatalen Auswirkungen auf Psyche, Erbgut und Lebenserwartung zeigten sich stets erst später. Viele können nicht mehr berichten, wie sich letztlich der Langzeitkonsum oder eine Überdosierung ausgewirkt hat.

Nur Gesunde sollten Viagra einnehmen
Die Tatsache, dass dieses Präparat in vielen Ländern der Erde frei verkäuflich ist, beziehungsweise von den zuständigen Behörden diese Freigabe erhielt, zeigt, dass wohl keine Bedenken gegen den Konsum bestehen, solange kerngesunde Menschen Viagra einnehmen. Die Einfuhr solcher Medikamente, die hierzulande der Rezeptpflicht unterliegen, ist aber gesetzlich verboten.

Lust auf Verantwortung?
Gleichwie, beim Konsum sollte die Dosierungsempfehlung strikt beachtet werden. Mehr denn je muss die beigelegte Information gelesen und befolgt werden. Eine Überdosierung kann fatale und lebensbedrohliche Auswirkungen haben, die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten sind für den Laien nicht einschätzbar. „Kann man daran sterben?“ lautet die bange Frage, die man ehrlich nur mit „Ja!“ beantworten kann. Letzten Endes entscheidet immer die Dosis über die möglichen Auswirkungen. Ein Liter Wodka ist tödlich. Ein Pfund Kochsalz ebenfalls. Bei Tabletten sollte man die Einschätzung fachkundigen Ärzten überlassen.

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